Hausverwaltung OttobrunnGemeinde · Landkreis München
Ottobrunn: Aus Waldkolonien wurde die dichteste Gemeinde im Umland
Keine Gemeinde im Landkreis ist kleiner, kaum eine in Deutschland dichter besiedelt. Neue Baugebiete gibt es nicht mehr, der Bestand entscheidet.
LIKKA Magazin · Wohnen und Eigentum vor OrtLesezeit 2 Minuten

An der Rosenheimer Landstraße steht eine dorische Säule mit der Büste Ottos von Griechenland. Hier nahm der 17-jährige Prinz 1832 Abschied von seinem Vater, bevor er in sein künftiges Königreich reiste. Die Ottosäule ist heute das Wahrzeichen der Gemeinde. Damals lag hier noch Wald, besiedelt wurde das Gebiet erst ab 1902. Heute leben auf 5,23 Quadratkilometern 22.729 Menschen. Nach München hat Ottobrunn die höchste Bevölkerungsdichte unter den deutschen Kommunen.
Aus Waldkolonien wurde eine Gemeinde
Anfang des 20. Jahrhunderts erwarben Münchner Parzellen im Höhenkirchener Forst und bauten Wochenend-, Block- und Landhäuser. Ältestes erhaltenes Gebäude ist das Waldschlößchen von 1902, damals ein Ausflugslokal. 1921 wurde der Name Ottobrunn offiziell eingeführt, 1955 wurde der Ort von Unterhaching unabhängig. Mit der Bölkow-Entwicklungen KG ab 1958 und später MBB wurde Ottobrunn zu einem bekannten Standort der Luft- und Raumfahrt. Einen gewachsenen Ortsmittelpunkt gab es nicht, er wurde in den 1980er Jahren mit Rathaus, Fußgängerzone und dem Wolf-Ferrari-Haus von Grund auf geplant.
Wo nicht mehr neu gebaut wird, zählt der Zustand des Bestands umso mehr.
Hochhäuser, Gärten und kein freies Bauland
Das Wachstum der Luftfahrtunternehmen übte einen enormen Siedlungsdruck aus. In den 1960er und 1970er Jahren entstanden Neubausiedlungen, zum Teil mit Hochhäusern. Seit 1962 setzt sich die Bürgervereinigung Ottobrunn für den verbliebenen Gartensiedlungs-Charakter ein. Ende 2013 zählte die Gemeinde 4.207 Wohngebäude mit 10.059 Wohnungen. Weil das Gebiet nahezu vollständig bebaut ist, sieht sich die Gemeinde nicht mehr in der Lage, neue Baugebiete auszuweisen. Die S5 bringt Pendler in 14 Minuten zum Ostbahnhof.
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Was Eigentümer in Ottobrunn beschäftigt
Wo nicht mehr neu gebaut wird, zählt der Zustand des Bestands umso mehr. Viele Anlagen stammen aus den Jahrzehnten des Siedlungsbaus und brauchen jetzt Dach, Fassade und Heizung zugleich. Tiefe Geothermie war hier geplant, konnte aber nicht verwirklicht werden. Für die Wärmeversorgung nach dem Gebäudeenergiegesetz müssen Gemeinschaften deshalb eigene Wege prüfen und früh vergleichen. Eine Rücklage, die auf einen Fahrplan abgestimmt ist, gibt dafür Spielraum.
Der Anteil der Einwohner ab 65 Jahren lag zuletzt über dem Durchschnitt des Landkreises. In vielen Häusern und Wohnungen steht deshalb ein Generationenwechsel an. Wer verkaufen oder übergeben will, braucht eine sorgfältige Wertermittlung und eine Beratung, die Erben und Käufer gleichermaßen im Blick hat. Gute Beratung denkt diesen Schritt voraus, statt ihn dem Zufall zu überlassen.
