Hausverwaltung SauerlachGemeinde · Landkreis München
Sauerlach: Rodungsinsel am Tor zum Oberland
Die flächengrößte Gemeinde des Landkreises wächst mit Bedacht. Zwischen Hauptort und Dörfern stellen sich für Eigentümer unterschiedliche Fragen.
LIKKA Magazin · Wohnen und Eigentum vor OrtLesezeit 2 Minuten

Hinter einer Steinmauer an der Kirchstraße liegt der älteste Brunnen Sauerlachs, rund vierzig Meter tief und heute mit einer Betonplatte verschlossen. Lange war Wasser hier knapp, in trockenen Jahren fuhren die Bewohner bis zum acht Kilometer entfernten Hachinger Bach. Sauerlach liegt in einer Rodungsinsel im Deisenhofener und Hofoldinger Forst, gut 20 Kilometer südlich von München. Mehr als die Hälfte der Gemeindefläche ist Wald. Der Fläche nach ist Sauerlach die größte Gemeinde im Landkreis München, 7.991 Menschen leben hier. Man nennt sie auch das Tor zum Bayerischen Oberland.
Posthalterei, Bahnstation, Sägewerke
Erstmals erwähnt wird der Ort um 799/800 als Sulagaloh, ein Wald mit Sausuhlen. 1822 wurde in Sauerlach eine Posthalterei eingerichtet, weil der Hof den Sommer in Tegernsee verbrachte und Reisende hier übernachteten. Gegenüber der Alten Post steht eine siebenstämmige Sommerlinde, heute ein Naturdenkmal. 1857 erhielt Sauerlach einen Bahnhof an der Maximiliansbahn, weil sich Posthalter Joseph Lidl für diese Linienführung eingesetzt hatte. Holz aus den umliegenden Wäldern ging fortan per Bahn hinaus, mehrere Sägewerke entstanden. Bis 1972 gehörte Sauerlach zum Landkreis Wolfratshausen, 1978 kamen Arget und Eichenhausen hinzu.
Ein Erhaltungsplan, der die Rücklage mitdenkt, erspart Sonderumlagen im Eiltempo.
Maßvolles Wachstum statt Sprung
Nach dem Krieg entstanden in mehreren Siedlungsprogrammen die ersten Eigenheime für Flüchtlinge und Heimatvertriebene. 1959 wurde Sauerlach Wohnsiedlungsgemeinde, 1968 folgte der erste Flächennutzungsplan. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde um 59 Prozent. Die Gemeinde steuert das bewusst: Der Hauptort soll sich maßvoll entwickeln, die dörflichen Strukturen der übrigen Gemeindeteile bleiben weitgehend erhalten. Arget gilt als das letzte vollständig erhaltene Straßendorf im Münchner Raum, die Holzkirchener Straße steht dort als Ensemble unter Denkmalschutz. Die S3 nach München und die Anschlüsse an A 8 und A 995 machen den Ort für Pendler interessant.
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Was Eigentümer in Sauerlach beschäftigt
Sauerlach hat früh auf eigene Energie gesetzt: Seit 2004 betreibt die Gemeinde ein Biomasseheizkraftwerk, seit 2014 läuft das Geothermie-Heizkraftwerk der Stadtwerke München. Für Gemeinschaften, deren Heizung sich dem Ende nähert, lohnt es sich, die Optionen nach dem Gebäudeenergiegesetz früh zu prüfen und nicht erst nach einem Ausfall. Die Eigenheime der Nachkriegszeit und die Häuser der Wachstumsjahre seit 1970 stellen dabei andere Fragen als Neubauten. Bei jüngeren Anlagen geht es um die Gewährleistung: Mängel sollten dokumentiert und vor Ablauf der Fristen geltend gemacht werden. In älteren Wohnanlagen stehen Dach, Fenster und Leitungen an, oft mehrere Gewerke in kurzer Folge. Ein Erhaltungsplan, der die Rücklage mitdenkt, erspart Sonderumlagen im Eiltempo.
